05. November 2026

Neue Branchenvereinbarung sichert Qualität des Schweizer Recycling-PET

Die Getränkebranche will den R-PET-Anteil in Schweizer PET-Flaschen in den kommenden Jahren weiter steigern. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen jedoch, dass ein möglichst hoher R-PET-Anteil im Gesamtsystem langfristig zu Qualitätseinbussen führen kann. Mit einer Vereinbarung setzt die Branche deshalb künftig auf den Ansatz «Optimum statt Maximum» und schafft so die Voraussetzungen dafür, die Materialqualität langfristig zu sichern. 

Eine aktuelle Studie von sus.lab ETH Zürich zeigt, dass der PET-Kreislauf bei einem R-PET-Anteil von rund 75 bis 80% im Gesamtsystem langfristig funktionsfähig bleibt. Bei höheren Anteilen steigt das Risiko, dass sich die Materialqualität über mehrere Recyclingkreisläufe zunehmend verschlechtert. Entscheidend ist dabei nicht der Rezyklatanteil einzelner Flaschen, sondern der Anteil im Gesamtsystem.  

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse hat der Vorstand von PET-Recycling Schweiz gemeinsam mit den Recyclingunternehmen eine Branchenvereinbarung erarbeitet. Ziel ist es, den PET-Kreislauf auch bei künftig weiter steigenden Rezyklat-Anteilen stabil zu halten und die sehr hohe Qualität des Schweizer R-PET sicherzustellen. Dafür verpflichten sich die Mitglieder von PET-Recycling Schweiz, in ihren in der Schweiz hergestellten PET-Flaschen durchschnittlich höchstens 75% R-PET einzusetzen. Einzelne Produktlinien können weiterhin aus 100% R-PET bestehen.

Langfristig stabiler Kreislauf und hohe Materialqualität 

Ein langfristig stabiler PET-Kreislauf liegt im Interesse der gesamten Branche und ist die Grundlage für ein funktionierendes Recycling-System. Da sich Qualitätsverluste nur mit erheblichem Aufwand korrigieren lassen, handelt die Branche, bevor sich solche Probleme im Materialkreislauf aufbauen können. Mit der gesetzten Obergrenze bleibt dabei Spielraum für aus dem Ausland importierte Flaschen, die nicht von der Vereinbarung erfasst werden. 

R-PET-Einsatz soll weiter steigen 

Die Branchenvereinbarung bedeutet keine generelle Reduktion des R-PET-Einsatzes. «Vor 26 Jahren hat die Schweiz den PET-Kreislauf geschlossen. Seither haben wir das System laufend weiterentwickelt. Dass wir heute eine Obergrenze festlegen, ist eine direkte Folge dieses Erfolgs: Der R-PET-Anteil ist inzwischen so hoch, dass es nicht mehr nur darum geht, möglichst viel Recyclingmaterial einzusetzen, sondern den Kreislauf langfristig optimal zu steuern», erklärt Jean-Claude Würmli, Geschäftsleiter PET-Recycling Schweiz. «Wir wollen den R-PET-Anteil in Schweizer PET-Flaschen auch künftig weiter steigern und gleichzeitig dafür sorgen, dass dieses Wachstum den Kreislauf langfristig stärkt statt schwächt.»

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