Sortieren mit Köpfchen: Wenn die KI Flaschen erkennen lernt
Bei RC-Plast im waadtländischen Grandson trifft langjährige Sortier-Erfahrung auf künstliche Intelligenz. Mit der Erweiterung der Betriebsanlage reagiert RC-Plast auf die wachsenden Anforderungen an die Sortierung von PET-Getränkeflaschen. Jennifer Ducommun gewährt einen Blick hinter die Kulissen und führt durch die Anlage. Die stellvertretende Direktorin der Abteilung Recycling von Cand-Landi kennt die Herausforderung, vor der Sortierbetriebe heute stehen: PET-Getränkeflaschen werden vielfältiger, ihre Erkennung anspruchsvoller.
«Die bisherige Infrarot-Technik unterscheidet PET und dessen Farbe zuverlässig. Bei opaken PET-Getränkeflaschen oder Flaschen mit Full-Sleeve-Etiketten stösst sie jedoch an Grenzen», hält Jennifer Ducommun fest. Opake Flaschen bestehen aus weissem PET. Full-Sleeve-Etiketten wiederum umhüllen den Flaschenkörper vollständig mit Kunststofffolie. Beides kann die klassische Erkennung erschweren. Wird eine PET-Getränkeflasche nicht als solche identifiziert, findet sie auch nicht zuverlässig den Weg ins Recycling.
«Die KI kann viel, muss aber noch viel lernen. Es ist ein ständiger Lernprozess – für Mensch und Maschine.»

Stellvertretende Direktorin der Abteilung Recycling von Cand-Landi
Wenn Maschinen dazulernen
Genau hier setzt die neue Technik an. RC-Plast hat die Anlage erweitert und mit optischen Sortiermodulen der neuen Generation ausgerüstet. Künstliche Intelligenz unterstützt die Module dabei, auch schwierige Verpackungen präziser zuzuordnen. Pro Minute erfassen sie bis zu 2000 PET-Getränkeflaschen. Doch die Technik arbeitet nicht allein. Mitarbeitende überwachen die Sortierung, prüfen die Ergebnisse und entwickeln das System laufend weiter. Denn auch eine lernende Maschine ist auf menschliches Wissen angewiesen. Jennifer Ducommun fügt an: «Die KI kann viel, muss aber noch viel lernen. Es ist ein ständiger Lernprozess – für Mensch und Maschine.»
Mehr Treffer für den Kreislauf
Mit der neuen Sortiertechnik reagiert RC-Plast auf veränderte Anforderungen. Die genauere Erkennung soll dazu beitragen, dass mehr PET-Getränkeflaschen korrekt erfasst, dem Recycling zugeführt und im Kreislauf gehalten werden. Die Umstellung verlangte technische Anpassungen und entsprechende Investitionen. Für RC-Plast ist dieser Schritt dennoch folgerichtig. Das Unternehmen verbindet langjährige Erfahrung mit neuer Technologie und investiert damit in eine leistungsfähige Sortierung. Mit Bestimmtheit folgert Jennifer Ducommun: «Für RC-Plast ist Recycling keine Option, sondern eine Mission.»
Kennzahlen von RC-Plast
- 2000 Flaschen können neu via KI pro Minute zugeordnet werden.
- Zuordnung via KI ist 40× schneller als die händische Zuordnung durch Mitarbeitende.
- Jährlich werden 12’000 Tonnen PET-Flaschen in Grandson sortiert.