Milch in PET: Von der Pionieridee zum Alltag

3. September 2026

Was mit einzelnen Milchmischgetränken begann, erreicht nun einen deutlich breiteren Markt: In der Mittelland Molkerei Suhr füllt Emmi neu auch klassische Trinkmilch in PET-Flaschen ab. Die neue Anlage ist ein wichtiger Schritt, um den geschlossenen PET-Kreislauf von weissen PET-Flaschen auszuweiten. Die Entwicklung zeigt, wie Produktion, Verpackung und Recycling immer enger zusammengedacht werden.

Noch vor wenigen Jahren waren Milchprodukte in PET in der Schweiz eine Ausnahme. Emmi sammelte ab 2024 mit Milchmischgetränken wie Emmi Energy Milk und Emmi Caffè Latte Mr. Huge erste Erfahrungen mit PET-Flaschen. Die Erkenntnisse flossen direkt in die Planung der neuen Anlage in Suhr ein. Im Juli 2026 wurde sie in Betrieb genommen. Seither können dort UHT-, hochpasteurisierte und pasteurisierte Milch in unterschiedlichen Ausführungen und Formaten in weisse PET-Flaschen abgefüllt werden. Die Investition stärkt den Standort Suhr und schafft gleichzeitig die Voraussetzungen, für die Weiterentwicklung kreislauffähiger Verpackungslösungen.

Für Emmi ist dabei insbesondere der Kreislaufgedanke zentral. «Gebrauchte PET-Getränkeflaschen können gesammelt, recycelt und als Rezyklat wieder in neuen Flaschen eingesetzt werden. Emmi setzt heute 30% Rezyklat in jeder PET-Flasche ein. Dadurch bleiben wertvolle Materialien im Kreislauf und der Bedarf an neuem Rohmaterial kann gemindert werden, was den CO2-Fussabdruck reduziert», sagt Bernhard Brönnimann, Standortleiter der Mittelland Molkerei.

Vom Rohling zur Milchflasche

Eine Besonderheit der neuen Anlage: Die PET-Flaschen werden nicht mehr als bereits aufgeblasene Hohlkörper nach Suhr geliefert. Kompakte PET-Rohlinge, sogenannte Preforms, werden direkt an der Abfülllinie zu Flaschen aufgeblasen und anschliessend befüllt. Das deutlich geringere Transportvolumen vereinfacht die Logistik und reduziert gleichzeitig die damit verbundene Umweltbelastung.

Bei der Herstellung der Flaschen geht es jedoch nicht nur um einen effizienten Prozess: Die Verpackung muss auch den besonderen Anforderungen von Milch gerecht werden. Milchprodukte benötigen einen zuverlässigen Lichtschutz. Deshalb setzt Emmi auf opake PET-Flaschen mit einer lichtundurchlässigen Zwischenschicht. So bleiben Geschmack, Qualität und Haltbarkeit gegenüber der bisherigen Verpackung unverändert.

Zurück in den Kreislauf

Ein wichtiger Grund für den Einsatz von PET ist seine Kreislauffähigkeit. Damit der Kreislauf funktioniert, müssen auch die neuen weissen Milch-PET-Flaschen zurück in die PET-Sammlung gelangen. «Kreislaufwirtschaft funktioniert nur, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag leisten. Deshalb ist unsere Botschaft an die Konsumentinnen und Konsumenten ganz einfach: Weisse Milch-PET-Flaschen gehören wie andere PET-Getränkeflaschen in die PET-Sammlung», sagt Bernhard Brönnimann.

Für Orientierung sorgt die bewährte Regel: PET? Flasche? Getränk? Dreimal Ja bedeutet ab in die PET-Sammlung. Das PET-Recycling-Logo auf der Flasche bietet zusätzliche Orientierung, gerade weil Milchprodukte heute noch in unterschiedlichen Verpackungslösungen angeboten werden.