PET sammeln, wo die Flasche geleert wird
«Auf dem Weg zur Arbeit, in der Mittagspause oder in der Freizeit — ein wachsender Teil des PET-Recyclings findet mittlerweile ausser Haus statt.» Pascal Simonetto, Leiter Verkauf, verantwortlich für die Weiterentwicklung des Sammelstellennetzwerks, erklärt, warum der öffentliche Raum zu einem wichtigen Baustein im Sammel- und Recyclingkreislauf geworden ist und wie Gemeinden dies schrittweise in ihre Nachhaltigkeitsstrategie integrieren.
Es ist Mittag in der Lausanner Innenstadt. Menschen eilen durch die Gassen oder holen sich ihren Lunch für unterwegs. Jemand schraubt noch schnell eine PET-Getränkeflasche auf, bevor der Weg weiterführt. Weniger als eine Stunde später ist sie leer. Gibt es entlang des Weges eine Sammelstation? Wenn ja, wird das richtige Verhalten zur Selbstverständlichkeit. Wenn nicht, landet die Flasche im normalen Abfall oder gar auf dem Boden. Genau diese Frage beschäftigt Pascal Simonetto tagtäglich. Vom Westschweizer Büro von PET-Recycling Schweiz aus begleitet er mit seinem Team vor Ort die Schweizer Gemeinden beim Aufbau und bei der Optimierung ihrer öffentlichen Sammelinfrastrukturen. Er sagt es ganz offen: «Ein grosser Teil der PET-Getränkeflaschen wird ausser Haus konsumiert. Ohne geeignete Einrichtungen landen sie im Restmüll oder manchmal sogar auf dem Boden. Letztendlich handelt es sich um verwertbares Material, das endgültig aus dem Recyclingkreislauf verschwindet.»
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Stationen genau dort platzieren, wo konsumiert wird
Die Wahl des Standorts ist entscheidend. «Die Gemeinden stützen sich auf ihre Verantwortlichen für Stadtreinhaltung sowie auf Sektorleiterinnen und -leiter, die das Terrain, die Personenflüsse und die Konsumgewohnheiten unterwegs bestens kennen», erklärt P. Simonetto. «Die Stationen werden dort platziert, wo es Sinn macht: auf öffentlichen Plätzen und in Parks, in Fussgängerzonen, an Seepromenaden und Flussufern, bei Sportanlagen.» Kleine Gemeinden wie auch grosse Städte stützen sich dabei vor allem auf Beobachtung. Die Logik bleibt dieselbe: die Stationen genau dort aufstellen, wo die Nutzenden ihre Getränke konsumieren.
Vorbehalte, die sich mit der Erfahrung auflösen
Vorbehalte gibt es, und sie sind nachvollziehbar. «Die häufigste Sorge, die wir hören, betrifft den zusätzlichen Arbeitsaufwand für den Werkhof», räumt Pascal Simonetto ein. «Und ja, am Anfang gibt es einen organisatorischen Mehraufwand.» Sobald die ersten Anpassungen vorgenommen sind, nehmen diese Einschränkungen aber ab: Kohärent dimensionierte und platzierte Stationen lassen sich in bestehende Touren integrieren. Die eingesammelten Mengen werden planbar. Das Littering nimmt ab, der manuelle Reinigungsaufwand ebenfalls. «Mittelfristig sind die Nettokosten moderat, in einigen Fällen sogar neutral», fasst er zusammen.
Was bei Beobachtungen vor Ort immer wieder auffällt, ist die Regelmässigkeit, mit der die Menschen die richtigen Verhaltensweisen anwenden. Wenn eine Sammelstation sichtbar, zugänglich und klar gekennzeichnet ist, nutzen sie diese ganz selbstverständlich. «Die Menschen verhalten sich genau so wie zu Hause», beobachtet P. Simonetto. «Sie deponieren ihre Flasche am richtigen Ort, einfach, weil die Lösung griffbereit ist.» Diese Feststellung wurde wissenschaftlich bestätigt: Eine von der IGSU, dem Schweizer Kompetenzzentrum gegen Littering, gemeinsam mit der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) durchgeführte Studie hat gezeigt, dass gut sichtbare Sammelstellen zu den wirksamsten Massnahmen gegen Littering gehören.
Ein Netzwerk, das wächst, Gemeinde für Gemeinde
Die Abfalltrennung unterwegs entspricht einem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung. Die Gemeinden setzen zunehmend auf diese Sammelstellen als wichtigen Bestandteil ihrer Umweltstrategie. «Das Netzwerk wächst Schritt für Schritt, Gemeinde für Gemeinde, Standort für Standort», schliesst Pascal Simonetto. «Vielen Dank an die engagierten Gemeinden und die Teams, die diese Infrastrukturen täglich am Laufen halten — ihre Arbeit schafft bereits heute die Gewohnheiten von morgen.»

«Gut platziert wird eine Sammelstation zum Reflex: Die Menschen tun das Richtige, wenn sie unmittelbar zugänglich ist.»
Leiter Verkauf, verantwortlich für die Weiterentwicklung des Sammelstellennetzwerks