PE-Flaschendeckel: Recycling statt thermischer Verwertung

29. Juni 2026

Umweltbericht 2025

Im Polyethylen (PE) von Flaschendeckeln steckt Potenzial für einen erheblichen Umweltnutzen: Aufgrund seiner einfachen chemischen Struktur ist das Material besonders recyclingfähig. Daher will PET-Recycling Schweiz neu auch Deckel rezyklieren, die sich im vorgelagerten Sortierprozess von der Flasche gelöst haben.

Der Umweltbericht 2025 von PET-Recycling Schweiz zeigt, dass der Verein auf gutem Weg ist, seine Ziele, die er sich im Rahmen des Pariser Klimaabkommens gesetzt hat, zu erreichen: Die direkten und indirekten Emissionen wurden seit 2019 um rund 80 Prozent gesenkt. Auch die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette haben abgenommen, liegen aber noch rund 12 Prozent über dem angestrebten Reduktionspfad. Deshalb ergreift PET-Recycling Schweiz zusätzliche Massnahmen, um die Emissionen weiter zu reduzieren – zum Beispiel mit dem Recycling von Flaschendeckeln.

Vom Deckel zur Aufbewahrungsbox

Die Deckel aus Polyethylen (PE) gelangen zusammen mit den PET-Getränkeflaschen in den Recyclingprozess. Deckel, die an den Flaschen befestigt sind, werden im Recyclingzentrum ausgeschieden und seit mehreren Jahren separat wiederverwertet. Jene Deckel hingegen, die sich bereits im vorgelagerten Sortierprozess von der Flasche gelöst haben, wurden bisher in Kehrichtverbrennungsanlagen oder Zementwerken zur Energiegewinnung eingesetzt. PET-Recycling Schweiz will neu auch diese losen Deckel rezyklieren.

Langfristig wird ein geschlossener Kreislauf angestrebt, in dem PE-Deckel zu neuen Deckeln werden. Dafür arbeitet PET-Recycling mit der Poly Recycling AG zusammen, die gezielt in innovative Technologien investiert. Als Zwischenschritt etablierte PET-Recycling Schweiz Ende 2024 gemeinsam mit der Agir AG einen offenen Kreislauf. Seither werden über 80 Prozent des sortierten PE-Materials zu neuen Produkten wie Aufbewahrungsboxen oder Kosmetikflaschen verarbeitet, wodurch der Nutzen für die Umwelt steigt.